Die Abruzzen: Unentdeckt und reizvoll

Die süditalienische Region Abruzzen grenzt im Norden an die Region Marken. Südlicher Nachbar ist die Region Molise und im Westen schließt sich das Latium an. Östlich werden die Abruzzen von der Adria begrenzt. Ein flacher Küstenstreifen von etwa 150km Länge geht allmählich in hügeliges Land über und wird dann zu einem stattlichen Gebirge. Man nennt die Abruzzen auch die „Grüne Region“ Italiens. Ein Drittel dieses Landstrichs ist geschützte Natur, die in Nationalparks zugänglich ist. width=
Die Abruzzen gliedern sich in vier Provinzen: CHIETI, PESCARA, TERAMO und L’AQUILA, in der auch die gleichnamige Hauptstadt der Region liegt. Flächenmäßig ist l’Aquila mit 5034 Quadratkilometern die größte der vier Provinzen, hat aber die wenigsten Einwohner. Die Hauptstadt liegt im Landesinnern, ist von Bergen umgeben und stellt mit ihrer gewaltigen Burg und den zahlreichen Renaissancebauten ein attraktives Reiseziel dar. Zudem offenbart sie mit einladendem Charme ein typisch italienisches Lebensgefühl, das sich nicht nur in den vielen Cafés und Restaurants, sondern auch in kultureller Vielfalt ausdrückt. Mit etwa 73.000 Einwohnern ist die Hauptstadt der Abruzzen eine sanfte Großstadt.

Entlang der abruzzischen Adriaküste gibt es viele reizvolle Badeorte und äußerst sehenswerte Städte. Wenige Kilometer von der Küste entfernt liegt beispielsweise Chieti, eine Stadt, die von einem großen Altstadtteil, „Chieti Alto“, dominiert wird. Die gleichnamige Provinz, die sich mit Weinbergen und Olivenhainen auf einer weiten Hügellandschaft erstreckt, hat viele Gemeinden, die eine Entdeckung Wert sind, beispielsweise Lanciano, ein Ort, der für die Katholiken als Wallfahrtsziel von großer Bedeutung ist.

Wo der Fluss Pescara in die Adria fließt, liegt die Stadt gleichen Namens, die auch Hauptstadt der Provinz Pescara ist. Diese Stadt, die im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde, hat eine kleine, gut erhaltene Altstadt und präsentiert sich ansonsten als moderner Bade- und Kurort, den besonders die heutigen Römer sehr zu schätzen wissen. Dort steht auch das Geburtshaus des Schriftstellers Gabriele D’Annunzio, ein interessantes Museum. Der Fluss Pescara, der die Region l’Aquila noch unter dem Namen Aterno durchfließt, hat an seinem Lauf besonders geschützte Gebiete, die für zahlreiche Tiere und Pflanzen einen idealen Lebensraum darstellen. Ein bemerkenswertes Naherholungsgebiet gibt es an der Quelle: das „Riserva Naturale delle Sorgenti del Pescara“.

Die nördlichste der vier Provinzen ist Teramo. Die Provinzhauptstadt, die ebenfalls Teramo heißt, ist die jüngste Universitätsstadt der Abruzzen; die große Bildungseinrichtung wurde 1993 gegründet. Die Nähe zum Gebirgsmassiv  width=„Gran Sasso“ verleiht der Stadt ein landschaftlich wundervolles Flair, das, gepaart mit italienischer Lebensart, sehr anziehend ist. Ein großer Teil des gut erschlossenen Bergmassivs gehört zum Gran-Sasso-Nationalpark. Übrigens entspringt in diesem Gebiet der Tirino, einer der saubersten Flüsse Italiens. Er ist nur 25 Kilometer lang, teilweise geschützt und bietet ein landschaftliches Idyll von außerordentlichem Zauber. In der Provinz Teramo liegt auch eine der schönsten Städte der Abruzzen: Atri. Die Stadt präsentiert sich mit sehr viel alter Bausubstanz und einer Innenstadt, die auf römischen Ruinen aufgebaut ist. Eines der beeindruckenden Bauwerke ist die Kathedrale Santa Maria Assunta.

Durchweg von Gebirgs- und Hügellandschaft geprägt, beschränkt sich die Wirtschaft der Abruzzen fast ausschließlich auf landwirtschaftliche Aktivitäten. Entsprechend große Bedeutung kommt deshalb dem Fremdenverkehr zu. Von besonderer Anziehung sind dabei die Naturparks, die nicht nur den sanften Tourismus unterstützen, sondern auch ein Highlight für passionierte Wanderer, Bergsteiger und Wintersportler sind. Die Abruzzen gehören außerdem zu den Hauptanbaugebieten der berühmten Montepulciano-Rebe. Die oft unscheinbaren Dörfer der Weinbauern sind eine echte Entdeckung.

Malerische und von Bergen umgebene Seen, blühende Täler, moderne Kurorte, die Naturparks, das Meer und auch die attraktiven Skizentren; das sind viele, doch längst nicht alle Gründe, diese süditalienische Region zu entdecken, die noch immer ein Geheimtipp ist. Dem Fremdenverkehr gegenüber aufgeschlossen und nicht touristisch überlaufen – das sind die Abruzzen. Hoffentlich noch lange.

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28. Januar 2012, 01:38
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